Blattdüngung: richtige Anwendung und optimaler Zeitpunkt
Wenn die Aufnahme von Nährstoffen über die Wurzeln eingeschränkt ist (zum Beispiel durch einen zu niedrigen oder zu hohen Boden-pH-Wert, Wurzelschäden, Trockenheit und/oder Hitze), kann dies das Wachstum und die Entwicklung der Pflanze hemmen. Um dies zu vermeiden, können Blattdünger eingesetzt werden.
Wie bei vielen Betriebsmitteln hängt die Wirksamkeit von Blattdüngern zu einem großen Teil von der richtigen Anwendungstechnik und dem richtigen Zeitpunkt ab. In diesem Artikel erläutern wir, wie Blattdünger am besten eingesetzt werden können.
Warum Blattdüngung?
Blattdüngung scheint ein relativ neues Phänomen zu sein, doch wussten Sie, dass bereits vor über drei Jahrhunderten entdeckt wurde, dass Pflanzen Wasser und Nährstoffe über das Blatt aufnehmen können? Und dass Blattdüngung seit dem frühen 19. Jahrhundert in der Landwirtschaft eingesetzt wird?
Es gibt verschiedene Gründe für den Einsatz von Blattdüngung im Gartenbau und Ackerbau. Die wichtigsten sind:
- Schnelle Behebung von Nährstoffmängeln während der Kultur; Blattdüngung wirkt meist innerhalb einer Woche, wodurch Ertrags- und Qualitätsverluste minimiert werden.
- Versorgung bei eingeschränkter Nährstoffaufnahme über den Boden; Spurenelemente wie Mangan sind bei einem Boden-pH über 6,2 schwer verfügbar. Blattdüngung kann diesen Bedarf dennoch decken.
- Schutz und Ernährung der Pflanze in einem Arbeitsgang; in einigen Fällen können Blattdünger mit Pflanzenschutzmaßnahmen kombiniert werden. Prüfen Sie vorab die Mischbarkeit.
- Optimale Nährstoffversorgung innerhalb gesetzlicher Vorgaben; durch Begrenzungen bei Stickstoff, Phosphat und organischer Düngung ist eine vollständige Versorgung über den Boden nicht immer möglich. Die Ergänzung durch effiziente Blattdünger ermöglicht dennoch hohe Erträge.
Wichtige Voraussetzungen
Die Wirksamkeit von Blattdüngern hängt stark von der Pflanzenart und verschiedenen Faktoren ab:
- Pflanzeneigenschaften: Jede Kultur hat spezifische Eigenschaften. Pflanzen mit wasserabweisenden Blättern oder dicker Wachsschicht (z. B. Kohlarten) nehmen Nährstoffe schlechter auf. Auch das Entwicklungsstadium ist entscheidend – die beste Aufnahme erfolgt meist in der Phase intensiven Wachstums.
- Witterungsbedingungen: Die Aufnahme ist optimal, wenn die Spritzlösung nicht zu schnell eintrocknet. Ideale Bedingungen sind hohe Luftfeuchtigkeit, milde Temperaturen, wenig Sonne und wenig Wind. Bevorzugte Anwendungszeiten sind der frühe Morgen oder späte Abend.
- Qualität des Blattdüngers: Komplexierte Blattdünger sind stabiler und besser aufnehmbar als einfache Formulierungen. Die Optima Leaf-Produkte sind organisch komplexiert, haben eine hohe Aufnahmeeffizienz, sind schonend für die Pflanze und gut mischbar.
- Applikationstechnik: Blattdünger werden meist mit Feldspritzen ausgebracht. Eine feine Tropfengröße sorgt für gute Benetzung, muss aber mit Driftauflagen abgestimmt werden.
Risiken
Die Anwendung von Blattdüngern ist nicht risikofrei. Blattverbrennungen gehören zu den häufigsten Problemen und entstehen meist durch zu hohe Dosierungen oder zu schnelles Antrocknen der Spritzlösung. Auch die Mischbarkeit kann kritisch sein – nicht alle Produkte sind kombinierbar. Beachten Sie daher stets die Anwendungsempfehlungen oder wenden Sie sich an Ihren Fachberater.
Komplexierte Blattdünger
Soiltech bietet unter dem Namen Optima Leaf ein breites Sortiment an flüssigen Blattdüngern an. Diese sind organisch komplexiert, das heißt, der Nährstoff (z. B. Mangan oder Kupfer) ist an ein organisches Molekül gebunden. Daraus ergeben sich mehrere Vorteile:
- Schonender für die Pflanze und geringeres Risiko von Blattverbrennungen
- Bessere Aufnahme über das Blatt
- Höhere Stabilität und bessere Mischbarkeit
Forschung
Die F&E-Abteilung von Soiltech verfügt über ein professionelles Versuchsgewächshaus, in dem Sicherheit und Effizienz der Blattdünger umfassend getestet werden. Eine automatisierte Sprühanlage ermöglicht eine sehr präzise Dosierung. Die Verträglichkeit wird unter anderem an empfindlichen Kulturen wie Radieschen und Bohnen geprüft. Nach umfangreichen Gewächshaustests folgen Praxisversuche im Feld.
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